Pressemitteilung vom 15.05.2006

Ökumenische Feldandacht: "Bewahrung der Schöpfung"

Auf Einladung des vor zwei Wochen gegründeten "Aktionsbündnisses für gentechnikfreie Landwirtschaft" hielten Jürgen Adler, Pfarrer i.R., und Oliver Stutzky, Gemeindereferent in Kaisheim, eine ökumenische Feldandacht im Kaisheimer Ortsteil Bertenbreit nahe den staatlichen Genmaisversuchsfeldern. Die musikalische Begleitung der mit 70 Gläubigen
besuchten Andacht übernahmen Harald Hänsel (Oberndorf) mit Klarinette
und Hubert Renelt (Kaisheim) mit Gitarre.

Die Lesung aus der Bibel vom Turmbau zu Babel übertrug Pfarrer i.R.
Adler auf heutige Vorgänge. Der Turm von Babel sei ein Symbol für die
menschliche Neugier und Kreativität, für Erfinder- und Schaf-fensgeist
gemäß Gottes Auftrag an die Menschen "Machet euch die Erde untertan"
verbunden mit der Aufforderung, "den Garten zu bearbeiten und zu hüten."
Gott habe dabei allerdings seinen Geschöpfen Grenzen gesetzt. Die
oberste Grenze laute: "Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine
anderen Götter haben neben mir."  Diese Grenze hätten die Städte- und
Turmbauer aus der Legende von Babel überschritten, indem sie sagten:
"Damit wir uns einen Namen machen, bauen wir".  Diese Menschen wollten
nicht mehr im Namen Gottes auf dieser Erde tätig sein, sondern in ihrem
eigenen Namen. Der Menschengeist, so Adler weiter, baute und baut auch
heute Türme, um sich letzten Endes selbst auf diesen Turm zu stellen und
zu sagen: "Ich bin der Größte!". Damit stelle sich der Mensch selbst auf
den Sockel und reklamiere den Platz für sich, der nur dem Schöpfer
zustehe. Sich von Gott entfernen oder sich gar an seine Stelle setzen,
das sei Sünde, betonte Adler.

Abschließend verglich Adler den Turmbau zu Babel mit der Gentechnik. Siesei eine Technik, die in den Kern alles Lebendigen eingreift, in denKern der Zelle und damit des Lebens. Durch die Gentechnik werde der Kerndes Lebens verändert, es werde raus und reingeschnitten. Adler erinnertean den Urauftrag Gottes: Bearbeiten und Hüten  der Erde. Dazu rechnetAdler die althergebrachte Züchtung, jedoch nicht die grüne Gentechnik,die in den Kern des Lebens eingreift. Adler zitierte James Watson, einender beiden Entdecker des DNA-Moleküls, der von sich und denGentechnikern sagte. "Wer sollte Gott spielen, wenn nicht wir?!" "Habendie Gentechniker, haben wir Menschen wirklich das Recht, Gott zuspielen? Das ist für mich keine echte Frage, denn für meinen Glaubengibt es nur eine Antwort: Nein!", schloß Adler.