Pressemitteilung vom 29.07.2008

Zaun im Oettinger Forst schadet der Natur und der Landschaft

Beim letzten Treffen der Ortsgruppe Oettingen des Bund Naturschutz wurden die Auswirkungen des 11 km langen Zauns diskutiert, der im Oettinger Forst von S.D. Fürst zu Oettingen-Oettingen und Oettingen-Spielberg geplant ist.

Der 2. Vorsitzende der BN-Ortsgruppe Dipl. Biologe Dr. Jürgen Schittenhelm: „Der 11 km lange, stabile Maschendrahtzaun, der Wildschweine davon abhalten soll, Schäden in den angrenzenden Äckern zu verursachen, wird auch für viele andere Tiere eine Barriere bei dem Wechsel zwischen offener Landschaft und Wald bilden. Tierarten wie z.B. Fuchs, Hase oder junges Rehwild erfahren Einschränkungen, wenn sie nicht mehr frei zwischen ihren Teillebensräumen hin und her wechseln können. Die Zäune bergen auch für viele Tiere eine Verletzungsgefahr in sich. Daher darf die Landschaft nicht durch wilddichte Zäune zerstückelt werden“.

Weitere Beeinträchtigungen erfolgen durch die erforderlichen Waldrodungen für den Zaun und die zur Zaunkontrolle erforderliche Fahrschneise. „Hierdurch werden mehrere Hektar Waldrodungen erforderlich, wodurch zusätzlich Tier- und Pflanzenlebensräume zerstört werden“, so Jürgen Schittenhelm weiter.

Aber auch das Landschaftsbild wird durch den etwa 1,2 m hohen Zaun empfindlich beeinträchtigt. Die Ortsgruppenvorsitzende Beate Molder führte hierzu aus: „Der Oettinger Forst ist für die Naherholung der Oettinger Bürger aber auch für Feriengäste von besonderer Bedeutung. Deshalb ist das Gebiet auch als Landschaftsschutzgebiet unter Schutz gestellt. Der Erholungswert des Forsts wird durch den Zaun deutlich verschlechtert. Es ist daher nicht verständlich, warum das Landratsamt den Bau eines solchen Zauns gestattet. Bei ausreichender Bejagung können die Wildschäden durch Wildschweine in den Feldern südlich des Oettinger Forsts so weit gemindert werden, dass der wilddichte Zaun nicht erforderlich ist“.

Die BN-Ortsgruppe war sich einig, dass es von Seiten des Naturschutzes nicht zu akzeptieren ist, dass Probleme durch zu hohen Schwarzwildbesatz mit kilometerlangen Abzäunungen von ganzen Waldgebieten begegnet werden kann.