Pressemitteilung vom 27.01.2009

Erholungsregion Ries?

Vorstandssitzung des Bund Naturschutzes: Grundsatzfrage zur B 25

Eine Ende der 70er Jahre, durch Bürgerinitiative und den Bund Naturschutz erfolgreich verhinderte Ries Autobahn schleicht sich nun als Bundesstraße getarnt ins Ries , so die einhellige Meinung in der letzten Vorstandssitzung des Bund Naturschutzes.

Der Ausbau der Bundesstraße B25 / B2 und ein viel zu kompliziertes LKW- Mautsystem führten zu einer extremen Verkehrsbelastung auf der B 25. Der von Wirtschaftsverbänden und Politikern stetig vorangetriebene Ausbau zieht den Mautausweichverkehr an wie ein Magnet und wird zur schmerzlichen Ohrfeige für die Anwohner, kritisiert Ortsgruppenvorsitzender Michael Ziegelmeier aus Harburg. „Wer Straßen sät wird Verkehr ernten“ so Ziegelmeier weiter, "mit allen Nachteilen und Risiken“. Mehr Lärm, Feinstaub und Abgase, aber auch Familien die Wegziehen und die Minderung von Haus- und Grundstückspreisen entlang der so genannten Romantischen Straße, sind Geschenke des Transitverkehrs.

Sieht so eine Erholungsregion Ries aus, ist das einem Geopark Ries würdig?
Jetzt müssen sich die verantwortlichen Politiker entscheiden. Soll diese Straße Touristen ins Ries bringen oder als Transitautobahn die Erholungsqualität einer ganzen Region unmöglich machen? Beides geht nicht! Die  Probleme der Menschen, die direkt an bzw. in der Nähe der B 25 leben, werden ignoriert.

Einen Schritt in die andere Richtung unternahm hier Dinkelsbühl. Die viel kritisierte Durchfahrtssperre für LKW war wie das Ziehen einer Notbremse, um Bürgern eine lebenswerte Heimat zu erhalten. Vorschläge zur Entlastung, wie etwa Geschwindigkeitsreduzierungen auf 30 km/h sind ein untaugliches Mittel und unrealistisch, da die Verkehrsdichte gleich bleibt und rechtlich jede Grundlage fehlt.

Der Bund Naturschutz Donau-Ries sieht durch die Sperrung keine Beeinträchtigung der regionalen Wirtschaft, da jedes Transportunternehmen entlang der B2 / B25 bis nördlich der A8 problemlos eine Durchfahrtsgenehmigung erhält. In einem Telefonat mit Oberbürgermeister Dr. Hammer erklärte dieser dem Bund Naturschutz, dass durch diese Maßnahme nur dem Mautverkehr Nachteile entstehen. Für den regionalen
LKW-Verkehr besteht ein unbürokratisches Genehmigungsverfahren.

Dem entgegen steht der kompromisslose Ausbau der Bundesstraße 25 im Donau-Ries, welcher die Situation für Durchgangsorte wie Fremdingen, Möttingen, Wallerstein und Harburg extrem verschärft. Es ist an der Zeit, die immensen Straßenbaugelder für eine Umstrukturierung der Ferngüter auf die Schiene und den öffentlichen Nahverkehr zu verwenden. Kreisvorsitzender des Bund Naturschutzes Rudi Schubert merkte an: „Straßenbau gleichzusetzen mit regionalem  Wirtschaftswachstum ist falsch und kurzsichtig. Nicht endloses Wachstum und schnelle Gewinne, sondern Nachhaltigkeit und der behutsame Umgang mit unseren Ressourcen werden unsere Lebensgrundlage und vor allem die unserer Kinder in Zukunft sichern“.