Pressebericht vom 07.02.2011

Bayerns Umweltminister Markus Söder hat gestern im neuen Sitzungssaal des Landratsamtes an den Landkreis Donau-Ries einen Förderbescheid für das Projekt „Heide-Allianz“ in Höhe von 430.000 Euro übergeben. Das Geld kommt vom Bayerischen Naturschutzfonds.

Magerrasen erhalten

Ziel des Projektes ist es, die ökologisch hochwertigen 610 Hektar großen Magerrasenflächen, die über den Landkreis verteilt sind, zu pflegen und zu verbinden, um sie als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.

Eine entscheidende Rolle spielt die Schäferei, der es dadurch ermöglicht wird, die Flächen als Weiden für ihre Tiere zu nutzen und nachhaltig zu bewirtschaften. Für die aus der Schafhaltung gewonnenen Produkte wie Wolle und Fleisch ist ein Vermarktungskonzept in Planung.

Die Fördergelder, die der Umweltminister gestern aus München mitgebracht hatte, sind jedoch nur ein erster Schritt. In verschiedenen Projektstufen sollen für die Heide-Allianz in den kommenden zehn Jahren bis zu zehn Millionen Euro eingesetzt werden. Markus Söder sprach besonders den Riesheiden mit ihrem Artenreichtum eine landesweite Bedeutung zu. Mehr als 1100 Pflanzen- und Tierarten der Roten Liste kämen dort vor, die es gelte zu schützen. Die Zusammenarbeit für den Schutz der biologischen Vielfalt zwischen Grundstückseigentümern, Schäfern, Landkreis und Naturschutzverbänden bezeichnete der Minister als vorbildlich.

Söder ging auch auf den jüngsten Artenschutzbericht für Bayern ein; rund die Hälfte der Arten sei vom Aussterben bedroht. Die Heide-Allianz könne ganz entscheidend diese Entwicklung verlangsamen. „Das eingesetzte Geld für den Erhalt unserer Natur bringt eine Dividende“, so der CSU-Politiker, der auch eine ethische Verpflichtung in den Maßnahmen zum Erhalt der Natur sieht.

Die Gesamtkosten

Die Gesamtkosten für den ersten Schritt belaufen sich auf 538.000 Euro. Neben den staatlichen Zuschüssen steuert der Landkreis 70.000 Euro bei, rund 39.000 Euro teilen sich die Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried, der Rieser Naturschutzverein und die Kreisgruppe Donau-Ries des Bund Naturschutz.

Landrat Stefan Rößle wies auf die Einzigartigkeit des Nördlinger Rieses hin, die nicht nur bayern- und deutschlandweit, sondern in ganz Europa einen „einmaligen Landschaftsraum“ darstelle. Der Landkreischef hob vor allem das bürgerschaftliche Engagement hervor, wenn es darum gehe, bei Pflegeeinsätzen in den Naturschutzgebieten selbst Hand anzulegen. Er bekannte sich nachdrücklich zum Umweltschutz als wichtige Kreisaufgabe.

Roland Scholz von der Unteren Naturschutzbehörde stellte die Heide-Allianz vor und erläuterte die Projektstufen, die in den kommenden Jahren angegangen werden.

 

aus: Donauwörther Zeitung