Pressemitteilung vom 24.03.2006

Übergabe des Faltblatts zum Naturschutzfondsprojekt „Mertinger Höll-Ruten“ an Landrat Stefan Rößle am 23.03.06, 14.30 Uhr
 

0022    Von links: Rudi Schubert, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz Donau-Ries, Landrat Stefan Rößle, Roland Scholz von der Unteren Naturschutzbehörde und Alexander Helber als Projektleiter/2. Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz bei der offiziellen Übergabe des Flyers zum Naturschutzprojekt Mertinger Höll - Lauterbacher Ruten.

Donauwörth (alhe). Im Rahmen des Naturschutzprojekts „Mertinger Höll - Lauterbacher Ruten“ übergaben die beiden Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz Rudi Schubert und Alexander Helber den neuen Flyer zum Gesamtprojekt an Landrat Stefan Rößle.  Das Projekt wird seit 2002 durch Mittel des Bayerischen Naturschutzfonds unterstützt.
In dem farbenprächtigen Flyer soll auf die Einzigartigkeit und Schutzwürdigkeit des Gebiets aufmerksam gemacht werden: So wird über die seltenen und gefährdeten Arten des Gebiets wie Kiebitz und Brachvogel, aber auch über Rote Liste Arten der Feucht- und Überschwemmungswiesen berichtet.  Neben der Besonderheit dieser Offenriedlandschaft und der urtümlichen Buschlandschaft der Ruten werden auch Geschichte und Bedrohung des Gebiets im vergangenen Jahrhundert dargestellt. So konnten Planungen wie AKW oder Magnetschwebebahn mit Hilfe der Bevölkerung abgewendet werden.

Die Projektleiter Alexander Helber und Jürgen Scupin freuen sich, dass insgesamt rund 150 ha Wiesen durch BN und Landkreis Donau-Ries erworben werden konnten, die nun optimiert werden und den seltenen Arten im Donauried zur Verfügung stehen. Auch einige Flachmulden konnte gebaggert werden. Allerdings müssen weitere Anstrengungen in dem europäischen Schutzgebiet (FFH) erfolgen, um das Gebiet mit dieser Artenfülle erhalten zu können. Hervorzuheben sind einige Rote Liste Arten, die in Bayern kurz vor dem Aussterben sind und so gerettet wurden. Als Beispiel nennt Roland Scholz von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts das Moorveilchen, das auf die jährlichen Überschwemmungen, hohen Grundwasserstände und die extensive Bewirtschaftung angewiesen ist. Auch einige Schmetterlings- und Vogelarten wie Blaukehlchen, Wachtelkönig und Bekassine zählen zu dem seltenen Potenzial im europäischen Schutzgebiet des Mertinger und Lauterbacher Rieds, die in dem Faltblatt vorgestellt werden.

Landrat Stefan Rößle bedankte sich bei den Verantwortlichen, denen es gelungen ist, die besondere Schutzwürdigkeit des Niedermoorgebiets in einem anschaulichen und interessanten Faltblatt zusammen zu stellen.

Das Faltblatt liegt nun  im Landratsamt aus oder kann beim Bund Naturschutz, Kreisgruppe Donau-Ries angefordert werden. Es wurde mit Unterstützung des Bayerischen Umweltministeriums entwickelt und ist Teil des BayernNetzNatur-Konzepts der Bayerischen Staatregierung.