Pressemitteilung vom 08. Mai 2006

Tapfheim (alhe): Das „Streuwiesenprojektes östliches Donauried“ des Bundes Naturschutz (BN) ist einen guten Schritt voran gekommen. Eine äußerst schützenswerte Streuwiese bei Donaumünster bildet nun eine Kernzone und ergänzt den Biotopverbund von Höchstädt bis Donauwörth .

Bei einem gemeinsamen Pressetermin konnten sich Bürgermeister Karl Malz, Martin Königsdorfer von Initiative Lebensraum Donauried bei der Regierung von Schwaben, Roland Scholz von der Unteren Naturschutz-behörde am Landratsamt Donau-Ries, Forstdirektor Peter Laube und Frau Fürst vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Nördlingen, Dipl-Biologin Claudia Eglseer und Alexander Helber vom Bund Naturschutz von der Maßnahme überzeugen. Randbereiche der Streuwiese wurden entbuscht, beschattende Pappeln entfernt und Astmaterial abgefahren.

Die ehemals offene Streuwiese wies noch Ende der 70er/Anfang der 80erJahre sehr viele Orchideen auf, die der Gärtner Stefan Jenuwein dokumentierte und kartierte. „Bilder aus den 70er und 80er Jahren zeigen noch die Artenfülle: So kam hier noch das Brandknabenkraut und einige seltenste Varianten der Mückenhändelwurz vor - insgesamt 9 Orchideenarten“ , so erklärt Stefan Jenuwein.

Allerdings wurde Anfang der 80er Jahre die Fläche stark vernachlässigt, die kleinbäuerliche Streuwiesennutzung gab man spätestens nach dem Staustufenbau und dem Entfernen des Deichs auf, ein Teilbereich ist mit Pappeln bepflanzt worden. Nur einen kleinen Bereich mähte der zuständigen Jäger noch. Zwischenzeitlich wurde die Fläche vom Landesamt für Umweltschutz kartiert und 1990 als hochwertigst eingeschätzt, geschehen ist vor Ort allerdings nichts. Der BN unternahm dann mehrere Versuche die 1986 biotopkartierte Fläche zu sichern. Das Gesamtökologische Gutachten Donauried begutachtete 1995 die Fläche ebenfalls und man kam zum Schluss, dass hier erhaltende Maßnahmen vordringlich durchzuführen sind. Erst 10 Jahre später konnten nun die notwendigen Pflegemaßnahmen mit Entbuschungen ausgeführt werden, bei der die Streuwiese nun wieder mehr Licht bekommen soll. 

Tapfheims Bürgermeister Karl Malz betont, dass im Gemeindegebiet die Belange des Naturschutzes berücksichtigt werden. Wir haben einige dieser Raritäten, auf die wir hier stolz sind: „Die Gemeinde Tapfheim hat hierfür das Grundstück gerne zur Verfügung gestellt. Eine beständige Pflege der Fläche durch den BN ist allerdings Voraussetzung, damit es zu dem Juwel der Streuwiesen wieder wird wie vor 25 Jahren“. 

„Die Wiederherstellung dieser Streuwiese ist ein Musterbeispiel für die einvernehmliche und reibungslose Zusammenarbeit zwischen Kommune, Forst- und Naturschutzverwaltung sowie  dem Bund Naturschutz“, stellt Donauried-Projektmanager Martin Königsdorfer fest.

„Wir hoffen, dass die Samen im Erdboden überdauert haben. Gute Chancen bestehen erfahrungsgemäß auf solchen ehemaligen Orchideenwiesen, so dass die Fläche wieder zu einem Kerngebiet im Streuwiesenverbund zwischen Höchstädt und Donauwörth werden kann“ so Alexander Helber vom BN Tapfheim. „Erste Anzeichen sind jetzt schon mit der Natternzunge zu sehen. Zunächst wird man allerdings einige Jahre Nachpflege- und Mahdmaßnahmen durchführen müssen“, ergänzt Claudia Eglseer, die das Projekt zwischen Donauwörth und Höchstädt fachlich begleitet.
Forstdirektor Peter Laube: „Auch die Niederwaldnutzung im Umfeld der freigestellten Streuwiese soll dort wieder aufleben, die Erlen wurden heuer auf den Stock gesetzt. So kann die Streuwiese wieder mehr Licht bekommen.“

Roland Scholz von der Unteren Naturschutzbehörde dankte dem BN für sein Engagement, bei der Pflege im Streuwiesenverbund ehrenamtlich mitzuhelfen und Eigenmittel zu investieren.

Danken möchte der Bund Naturschutz der Gemeinde Tapfheim und Bürgermeister Malz für die Bereitstellung des Grundstücks und für die Zustimmung zur Pflege, bei der Forstverwaltung für die Abstimmung und Zustimmung zu Pflegearbeiten, um die Streuwiese als gehölzfreie Biotopfläche im Wald zu erhalten. Der Regierung von Schwaben und dem Landratsamt gilt der Dank für die Bereitstellung der Zuschüsse in der Landschaftspflege und für die fachlichen Unterstützung des Streuwiesenverbundprojektes.

4bPressefotos022  Bei der Besichtigung der Streuwiese (von links): Dipl.Biologin Claudia Eglseer, Försterin Maria Fürst, Forstdirektor Peter Laube, Alexander Helber vom Bund Naturschutz Tapfheim,  Martin Königsdorfer von der Regierung von Schwaben,  Bürgermeister Karl Malz, Roland Scholz von der unteren Naturschutzbehörde und Stefan Jenuwein aus Erlingshofen.

Bild: Reißler