Exkursion zur Ries-Mehlbeere auf den Bock bei Harburg

 

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Harburg (J. Adler). Im Namen der Arge Flora Nordschwaben begrüßte Herr Adler am 06. Juni 2006 über 20 Personen auf dem Bock. Darunter Herrn Grande von der Unteren Naturschutzbehörde als Vertreter des Landrats, Herrn Bürgermeister Sulzbach aus Nördlingen als Vertreter des Oberbürgermeisters von Nördlingen, Herrn Bürgermeister und Bezirksrat Stadler aus Ebermergen als Vertreter des Harburger Bürgermeisters und Herrn Hornung aus Nördlingen als Vertreter des Forstdirektors. Er dankte den Medien (BR1, SWR4, Donauwörther Zeitung) für die Vorankündigungen bzw. die Berichterstattung.

Ries-Mehlbeere

Wie bereits im letzten Protokoll erwähnt, hat Norbert Meyer die Mehlbeeren in Bayern genauer untersucht und dabei eine Mehlbeere festgestellt, die es nur im Landkreis Donau-Ries gibt:

Die Ries-Mehlbeere (Sorbus fischeri)

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Diplom-Biologe Norbert Meyer war anwesend und konnte den sehr interessiert zuhörenden und nachfragenden Exkursionsteilnehmern das Ergebnis seines Forschens vorstellen.

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Anhand von mitgebrachtem Anschauungsmaterial verschiedener Mehlbeeren und des stattlichen Baumes an der Sprunggrube erklärte er, wie es zur Entstehung der Art Ries-Mehlbeere kam, einer Mischung aus Mehlbeere und Elsbeere.

In der Diskussion wurde dann unter anderem auch die Anregung gegeben, dass es sinnvoll seie, wenn die Stadt Harburg bei der Ries-Mehlbeere auf dem Bock ein hinweisendes Schild anbringen lässt. Die Tafel informiert über den Regional-Endemiten und dient dem Schutz der Ries-Mehlbeere.

Herr Adler dankte den Anwesenden für Ihr Interesse. Besonders dankte er Herrn Meyer für seine engagierte und fachkundige Vorstellung. Als Dank überreichte er die Neuauflage der Fischer-Flora des Rieses und verabschiedete die Teilnehmer mit der Bitte:

schauen - kennen - schätzen - schützen

 

Literaturhinweis:

Beiträge zur Gattung Sorbus in Bayern

Meyer, N., Meierott, L., Schuwerk, H. & Angerer, O. 2005: Sonderband der Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft, 216 S., zahlreiche vorwiegend farbige Abbildungen. ISSN 0373-7640. Preis inkl. Versandkosten 19,50€ (für BBG-Mitglieder: 12 €). Bezug über: Bayerische Botanische Gesellschaft, Menzinger Straße 67, D-80638 München oder E-mail: doebbeler@lrz.uni-muenchen.de

Der Band stellt den aktuellen Kenntnisstand der Sorbus-Flora Bayerns zusammen, um die in letzter Zeit gemachten Fortschritte bei ihrer Erforschung allgemein zugänglich zu machen. Dies geschieht in Form einer knappen Abhandlung der bekannten Taxa und einer Beschreibung und Abbildung der neu entdeckten Arten.

Dabei werden zunächst in einem allgemeinen Teil knapp und soweit bekannt, die systematisch-taxonomischen Verhältnisse der Gattung Sorbus und deren Vermehrungsweise dargestellt. Ein Ausblick mit aktuellen Fragestellungen und ausstehenden Untersuchungen zu den behandelten Sippen der Gattung, Aspekten ihrer Bedeutung im Naturschutz und Anmerkungen zur Forstwirtschaft bildet den Schluss des allgemeinen Teils.

Im zweiten, speziellen Teil werden als Hilfestellung für die derzeit verbreitete Anwendung statistischer Methoden zur Beurteilung morphologischer Unterschiede zwischen verwandten Arten einige Hinweise zum Sammeln von standardisiertem Belegmaterial gegeben. Dabei wird auf die gravierenden Unterschiede in den verschiedenen auftretenden Blattzyklen der einzelnen Zweigtypen eingegangen. Ohne deren methodische Berücksichtigung durch eine Standardisierung von Vergleichsmaterial erscheint eine Unterscheidung eng verwandter Zwischenarten mit statistischen Mitteln sehr problematisch.

Nach einem Hauptschlüssel zur Auffinden der Artengruppen und mehreren Gruppenschlüsseln werden die vorkommenden Haupt- und Zwischenarten der Gattung Sorbus in ihrer Morphologie und Verbreitung in Bayern charakterisiert. In Anlehnung an die Bearbeitung von Kutzelnigg (1995) im "Hegi" werden dabei hybridogene apogame Sippen zusammen mit nicht fixierten Hybriden in Gruppen einheitlicher Abstammung zusammengefasst, welche nach der ältesten beschriebenen Sippe innerhalb ihrer Gruppe benannt sind. Aus Bayern werden zahlreiche regional oder lokal auftretende, agamosperme Taxa neu beschrieben, ausführlich abgebildet und in ihrer aktuell bekannten Arealausdehnung dargestellt: 5 Zwischenarten der S. hybrida-Gruppe (S. aria-aucuparia), 15 Zwischenarten aus der S. latifolia-Gruppe (S. aria-torminalis), und je eine Zwischenart aus der S. ambigua- (S. aria-chamaemespilus) und der S. schinzii-Gruppe (S. aria-mougeotii).

Für die taxonomische Bewertung der agamospermen Taxa wird abweichend von der Vorgehensweise innerhalb der Gattung Rubus kein Mindestareal herangezogen. Vielmehr werden wegen des vorwiegend reliktischen Charakters eines Teils der Taxa von Sorbus auch Arten mit Arealen geringerer Ausdehnung bis hin zu Lokalendemiten dargestellt und beschrieben.

Den Beschreibungen beigefügt sind Photographien der Blüten, Blätter und Scheinfrüchte, Abbildungen der Typusbelege oder charakteristischer Herbarbelege und vorliegende Ergebnisse chromatographischer Untersuchungen der Flavonoidgehalte in den Blättern einiger Arten.

Das bisher ausführlichste Buch zum Thema, geeignet als Bestimmungsbuch über die Grenzen Bayerns hinaus, als Anregung und Hilfe für Dendrologen, Forstwirte und Naturschützer und notwendig für den Einstieg in eine Vielfalt, deren verborgener Charakter es möglich machte, dass sie mitten in Mitteleuropa erst in den letzten Jahren entdeckt und erforscht wurde.

(Literaturhinweis der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft 2006 )