Projekt Lebensraum Lechtal

In das Projekt Lebensraum Lechtal ist der gesamte bayerische Lechlauf von der Donau bis an die Landesgrenze bei Füssen einbezogen – insgesamt 167 Flusskilometer.

Die letzten 12,5 Flusskilometer vor der Mündung des Lech bei Marxheim in die Donau fließen durch den Landkreis Donau-Ries. Im Rahmen des Projektes Lebensraum Lechtal wurde für die Lechaue im Bereich des Landkreises Donau-Ries ein Biotopverbund-Konzept für Magerstandorte entworfen.

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Das Lechtal des Untersuchungsgebietes ist von einer Vielzahl unterschiedlicher Biotoptypen gekennzeichnet. Neben den Magerstandorten sind unter anderem vielfältig strukturierte Fließgewässer, Altwasserarme, Auwälder und Reststrukturen ehemaliger Niederwaldnutzung vorhanden, die den Gesamtlebensraum zu einem überregional bedeutsamen Biotopkomplex machen (ABSP 1995). Das vorliegende Biotopverbund-Konzept für Magerstandorte deckt daher nur einen Teilbereich des vorhandenen und naturschutzfachlich besonders wertvollen Biotopspektrums des Lechtales ab.

Bei den bearbeiteten Magerstandorten handelt es sich im Wesentlichen um Kalkmagerrasen. Charakteristisch sind für diesen Lebensraumtyp die ausgeprägte Nährstoffarmut, bedingt durch ihre Entstehung auf flussnahen Schotterböden. Die Standorte sind meist relativ trocken, und weisen eine hohe Besonnung und damit verbunden hohe Wärmekapazität auf. Dementsprechend treten eine Vielzahl wärme- und trockenheitsliebender Tier- und Pflanzenarten auf. Die Magerstandorte bilden hinsichtlich des Zusammentreffens vieler dealpiner, submediterraner und kontinentaler Florenelemente sowie der engen und kleinräumigen Verzahnung mit Feuchtstandorten Sonderstandorte aus (ABSP 1995). Pflanzensoziologisch lassen sich die bearbeiteten Flächen den Kalkmagerrasen, extensiven Wiesen und Weiden sowie Altgrasfluren mit Elementen der Flachmoore und Streuwiesen sowie Grauerlen-Auwäldern mit Elementen der thermophilen Eichen-Mischwälder und der Pfeifengras- sowie Schneeheide-Kiefernwälder zuordnen. Im Rahmen des Projekts ist es der BN KG Donau-Ries  gelungen, einen besonders wertvollen Rest eines Schneeheide-Kiefernwaldes bei Oberndorf zu sichern.

Im Zuge der Begradigung und des Ausbaus des Lechs im 19. Jahrhundert verlor der Fluss seine Dynamik und damit die Möglichkeit der Entwicklung neuer Trocken- und Magerstandorte. Bis in die Mitte des 20. Jahrhundert blieben die ehemals durch die Flussdynamik entstandenen Lechheiden durch die Wanderschäferei erhalten. Mit dem Rückgang dieser extensiven Nutzungsform und der damit verbundenen Sukzession sowie der gleichzeitig intensivierten forstwirtschaftlichen Nutzung wurden die Magerstandorte des Lechtals auf ein Minimum reduziert. Das vorliegende Biotopverbund-Konzept stellt die aktuell noch vorhandenen Flächen dar und zeigt Möglichkeiten zu deren Erhalt und Verbund, insbesondere durch die Wanderschäferei auf.