Projekt Lebensraum Lechtal

Im Rahmen des Projektes Lebensraum Lechtal wurde für die Lechaue im Bereich des Landkreises Donau-Ries ein Biotopverbund-Konzept für Magerstandorte entworfen. Das Untersuchungsgebiet liegt im Naturraum Lech-Wertach-Ebenen. Es wird im Norden von der Donau und im Süden von der Grenze zum Landkreis Augsburg begrenzt. Im Osten wurde die Niederterasse südlich von Rain miteinbezogen, ansonsten die erste sich an den Lechauwald anschließende landwirtschaftlich genutzte Gewanne. Im Westen wurde das Lechtal ebenfalls einschließlich der ersten sich an den Lechauwald anschließenden landwirtschaftlich genutzten Gewanne bearbeitet. Außerhalb des eigentlichen Bearbeitungsgebietes wurden außerdem zwei Magerstandorte an der Bahnlinie Rain-Donauwörth im Bereich Genderkingen und Hamlar miteinbezogen.

Das Lechtal des Untersuchungsgebietes ist von einer Vielzahl unterschiedlicher Biotoptypen gekennzeichnet. Neben den Magerstandorten sind unter anderem vielfältig strukturierte Fließgewässer, Altwasserarme, Auwälder und Reststrukturen ehemaliger Niederwaldnutzung vorhanden, die den Gesamtlebensraum zu einem überregional bedeutsamen Biotopkomplex machen (ABSP 1995). Das vorliegende Biotopverbund-Konzept für Magerstandorte deckt daher nur einen Teilbereich des vorhandenen und naturschutzfachlich besonders wertvollen Biotopspektrums des Lechtales ab.

Bei den bearbeiteten Magerstandorten handelt es sich im Wesentlichen um Kalkmagerrasen. Charakteristisch sind für diesen Lebensraumtyp die ausgeprägte Nährstoffarmut, bedingt durch ihre Entstehung auf flußnahen Schotterböden. Die Standorte sind meist relativ trocken, und weisen eine hohe Besonnung und damit verbunden hohe Wärmekapazität auf. Dementsprechend treten eine Vielzahl wärme- und trockenheitsliebender Tier- und Pflanzenarten auf. Die Magerstandorte bilden hinsichtlich des Zusammentreffens vieler dealpiner, submediterraner und kontinentaler Florenelemente sowie der engen und kleinräumigen Verzahnung mit Feuchtstandorten Sonderstandorte aus (ABSP 1995). Pflanzensoziologisch lassen sich die bearbeiteten Flächen den Kalkmagerrasen, extensiven Wiesen und Weiden sowie Altgrasfluren mit Elementen der Flachmoore und Streuwiesen sowie Grauerlen-Auwäldern mit Elementen der thermophilen Eichen-Mischwälder und der Pfeifengras- sowie Schneeheide-Kiefernwälder zuordnen. Im Rahmen des Projekts ist es der BN KG Donau-Ries  gelungen, einen besonders wertvollen Rest eines Schneeheide-Kiefernwaldes bei Oberndorf zu sichern.

Im Zuge der Begradigung und des Ausbaus des Lechs im 19. Jahrhundert verlor der Fluß seine Dynamik und damit die Möglichkeit der Entwicklung neuer Trocken- und Magerstandorte. Bis in die Mitte des 20. Jahrhundert blieben die ehemals durch die Flußdynamik entstandenen Lechheiden durch die Wanderschäferei erhalten. Mit dem Rückgang dieser extensiven Nutzungsform und der damit verbundenen Sukzession sowie der gleichzeitig intensivierten forstwirtschaftlichen Nutzung wurden die Magerstandorte des Lechtales auf ein Minimum reduziert. Das vorliegende Biotopverbund-Konzept stellt die aktuell noch vorhandenen Flächen dar und zeigt Möglichkeiten zu deren Erhalt und Verbund, insbesondere durch die Wanderschäferei auf. In Absprache mit dem Forst und der Unteren Naturschutzbehörde wurden 2002 Pflegemaßnahmen durchgeführt, so dass Reste der ursprünglichen Vegetation wieder aufleben können.

Hier können Sie das ausführliche Konzept für den Biotopverbund der Magerstandorte im Lkr. Donau-Ries downloaden .