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BN reagiert auf Aussagen von Bürgermeister zu den Rodungen am Tapfheimer Reichenbach

Späths Erklärungen fachlich nicht haltbar

13.03.2025

Als „unglaubwürdigen Erklärungsversuch einer nicht zu rechtfertigenden Naturzerstörung durch die Gemeinde“ bezeichnet der Bund Naturschutz (BN) die Aussagen von Tapfheims Bürgermeister Späth im Zusammenhang mit den von der Gemeinde durchgeführten Rodungen am Reichenbach. Wie berichtet, ließ die Gemeinde an dem Fließgewässer auf über einem Kilometer Länge nahezu alle Bäume und Sträucher entfernen. 

„Allein die Tatsache, dass die Untere Naturschutzbehörde die Rodungsarbeiten der Kommune einstellen ließ, zeigt doch, dass die Abholzung rechtswidrig ist“, so Alexander Helber, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz. Hier wurde schlichtweg ein Kahlschlag eines gesetzlich geschützten Biotops vorgenommen, der weder mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt war noch fachlich zu rechtfertigen sei.

Die von der Fachbehörde auferlegte Ersatzpflanzung von 60 Bäumen an gleicher Stelle durch die Gemeinde unterstreiche auch das Ausmaß des rechtswidrigen Eingriffes in das Ökosystem des Baches. Dazu Rudi Schubert, zweiter Kreisvorsitzender des BN: „Zuerst rodet die Gemeinde mit hohem finanziellen Aufwand die Bäume, um sie dann an gleicher Stelle wieder teuer nachpflanzen zu müssen“. Dies sei eine grobe Verschwendung öffentlicher Gelder, die die Verantwortlichen zu tragen haben.

Als Begründung für die Abholzung führte Bürgermeister Späth Hochwasserschutzmaßnahmen am Bachufer an.

„Der Rückstaueffekt der Kessel und die enormen Niederschläge waren für das Hochwasser am Reichenbach im Juni des vergangenen Jahres ursächlich. Damals führte die Kessel Rekordwassermassen und behinderte dadurch den natürlichen Ablauf des Wassers vom Reichenbach in die Kessel. Späths Behauptung, wonach „der Ablauf des Wassers durch Verwachsungen und Biberschäden nicht mehr gewährleistet gewesen war“, ist schlichtweg falsch. Mit dem natürlichen Uferbewuchs des Baches habe dies überhaupt nichts zu tun gehabt“, so Josef Fröhlich, zweiter Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Tapfheim.

Mit der von der Gemeinde angedachten Erhöhung des Abflusses vergrößert sich nur die Gefahr, dass Donaumünster beim nächsten „Junihochwasser“ noch mehr unter Wasser steht als 2024.

An einem halben Dutzend weiterer Bereiche im Gemeindegebiet wurde dem BN von Bürgern nun weiterer Naturfrevel gemeldet.

Daher wird der Bund Naturschutz versuchen, kurzfristig mit Bürgermeister Späth einen Ortstermin zu vereinbaren, um die vorliegenden Probleme aufzuzeigen und nachhaltige Lösungen tatsächlich anzugehen, wie dies anderorts im Landkreis auch möglich ist.