Ortsgruppe Nördlingen

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Biberausflug       

BIBER EXKURSION IM MAI 2005 - 50 Schüler waren begeistert!

Exkursion dreier Nördlinger Schulen und Biberausstellung

Nördlingen. Auf Einladung des BN konnten über 50 Schüler aus der Hauptschule Nördlingen, der Realschule Maria-Stern und dem Gymnasium Nördlingen an einer Exkursion in den eindruckvollen Auwald in der Nähe des Zusammenflusses von Lech und Donau bei Genderkingen teilnehmen. Dies war auch als Belohnung für die Ergebnisse bei der Haus- und Straßensammlung im Frühjahr gedacht und traf auf großes Interesse. Dort zeigte Förster Stefan Kolonko nicht nur das Wasserwerk der Wasserversorgung Franken, sondern auch Besonderheiten des von ihm betreuten Waldes und als Höhepunkt die wirklich bewundernswerten Ergebnisse der Baukunst der dort heimischen Biberfamilie. Das Wasserwerk ist das zweitgrößte in Bayern und liefert Trinkwasser in hervorragender Qualität in den Raum Nürnberg, der Wald wird weitgehend als Naturwald betrieben, was ebenfalls der Wasserqualität zugute kommt. Vor 40 Jahren waren vom Bund Naturschutz in der Gegend von Ingolstadt insgesamt 120 Biber wiedereingebürgert worden, die ja vorher wegen ihres Fells und ihres Fleischs ausgerottet worden waren. In einem Altwasser der Donau haben die Biber im Wald bei Genderkingen mehrere Dämme gebaut, von denen der größte mit über 40 m Länge und ca. 1,60m Höhe den vorher trockengefallenen Altwasserarm der heute regulierten Donau in einen erstaunlich langen See verwandelt hat. Es konnte den Kindern erklärt werden, daß der Biber mit seiner Landschaftsgestaltung natürlich auch Bäume fällt, von denen er als Vegetarier auch im Winter lebt. Im völlig naturbelassenen Auwald an der Lechmündung macht das keinerlei Probleme, in landwirtschaftlich genutzten Bereichen aber kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten, was aber oft auf  Unwissen, aber auch Desinformation zurückzuführen ist.

Auf der Hin- und Rückfahrt im Bus konnte Heiner Holl vom Nördlinger Bund Naturschutz noch Hintergrundinformationen liefern, wie z. B. daß Biber sich zwar über ca. die Hälfte Bayerns und auch über die Landesgrenzen hinaus wieder ausgebreitet haben, daß alle bereits besiedelten Gewässer aber nur eine bestimmte Zahl an Bibern erhalten könnten und keineswegs von einer explosionsartigen Ausbreitung oder Übervölkerung gesprochen werden könne, einfach weil sie beim Biber schlicht nicht möglich sei. Die zukünftige Obergrenze für ganz Bayern dürfte so etwa bei ca. 15000 Tieren in ca. 4000 Biberrevieren liegen, was sich als stabile Obergrenze erweisen werde, wie in allen Ländern, wo der Biber heimisch sei. Die vom Biber gestalteten Gewässerbereiche könnte sogar als kostenlos naturgerecht eingerichtete Biotope Ausgleichsflächen für Baugebiete und Straßenbau darstellen, was sonst erhebliche Gelder verschlinge. Die auch im Bereich des Rieses zu beobachtenden Fällaktionen der Biber seien auch auf dem Hintergrund zu sehen, daß man im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte sehr viel von den unsere Gewässer begleitenden Bäumen und Büschen beseitigt habe, so daß der Eingriff durch den Biber auffälliger sei. Im Vergleich zum Eingriff durch den Menschen stelle der Biber aber eine eher vernachlässigbare Größe dar, wobei im Einzelfall auch vom Naturschutz sinnvolle Konfliktlösungen  gesucht und durchgeführt würden. Verbiß-Schäden durch Rehwild oder Flurschäden durch Schwarzwild stellten aber oft erheblich größere Eingriffe dar, was heute kaum noch zu Konflikten führe. Es sei zu wünschen, daß sich auch beim Biber ein gedeihliches Zusammenleben einstelle.

Zur Abrundung der Biber-Präsentation wurde in allen drei Schulen auch eine informative Ausstellung zum Thema gezeigt.